Das Angstmonster besiegen
Hilfen gegen
Prüfungsangst
Liebe Eltern,
Schule ist ein Ort des Lernens, ist
aber auch ein Ort, an dem Kinder Woche für Woche beweisen müssen, dass sie den
Lernstoff verstanden haben. Stellen Sie sich vor, Sie würden an Ihrem
Arbeitsplatz hinsichtlich Ihrer Leistungen mehrmals im Monat auf einer Skala von
eins bis sechs eingeschätzt werden, wohlgemerkt ohne die Möglichkeit, von sich
aus zu kündigen. Schule bietet aus diesem Grunde eine Fülle von
Stress-Situationen für Kinder. Vielleicht kennen Sie aber auch aus Ihrer
eigenen Schulzeit das berühmte “Loch im Kopf“ und können sich in das
Erlebens Ihres Kindes einfühlen.
Voraussetzungen für Schulerfolg
Damit Kinder in der Schule Erfolg
haben, sind drei Voraussetzungen nötig. Ihr Kind muss
1.
sich den Stoff angeeignet haben,
2.
Zuversicht und Selbstvertrauen haben, dass es die Aufgaben lösen kann,
3.
Glück haben, dass auch abgefragt wird, was gelernt wurde.
Das Glück kann man nicht
kontrollieren, wohl aber das Lernen. Angst entsteht in schulischen
Leistungssituationen immer aus einem Mangel am zweiten Pfeiler des Lernerfolgs,
einer großen Unsicherheit.
Ursachen der Prüfungsangst
Die Prüfungsangst hat vielfältige
Ursachen: Vielleicht lernt Ihr Kind nur unter großer Anstrengung, und
vielleicht kann es den gelernten Stoff in neuen Zusammenhängen nicht anwenden,
womit zusammenhängen mag, dass die Schulziele zu hoch gesteckt sind. Aber auch
Kenntnislücken können die Aneignung von Prüfungsstoff erschweren. Schließlich
aber gibt es auch Kinder, die leicht erregbar sind und denen alles Neue in den
verschiedensten Lebenssituationen Angst macht. Weil die Kinder oft Sorge haben,
ihre Eltern zu enttäuschen, dreht sich die Spirale der Angst. Was erleben prüfungsängstliche
Kinder?
Die Marter von Kindern mit Prüfungsangst
Kinder mit Prüfungsangst schätzen
die Situation als äußerst bedrohlich für ihren Selbstwert ein, weil die
eigenen Fähigkeiten als zu gering bewertet werden, die Aufgabe zu
bewerkstelligen. Sie beobachten sich selbst genau, nehmen ihre steigende
Erregung als Signal Ihres Versagens und phantasieren, dass die Klassenkameraden
ohne Anstrengung bereits dabei sind, die Aufgaben zu lösen. Die Forschung
spricht von Aufgeregt- heit und Besorgtheit, beide Befindlichkeiten hindern Ihr
Kind daran, die Aufgaben in Angriff zu nehmen. Beginnen sie schließlich doch,
verengt ihnen die Aufregung zuweilen das wahrgenommene Feld dergestalt, dass sie
zu wenig Aspekte der Aufgabe beachten und in die Lösung einbeziehen. Wie alle
Menschen unter Stress, sind prüfungsängstliche Kinder geneigt, zu einfache Lösungsstrategien
zu verwenden.
Was können Eltern tun?
Alle Hilfen zur Steuerung der
Erregung haben zum Ziel, das Selbstvertrauen des Kindes zu stärken und die
Erregung auf ein mittleres Niveau abzusenken, das günstig für Leistung aller
Art ist.
Hier einige Hilfen:
-
Erzählen
Sie Ihrem Kind, wie sie Aufregung in Testsituationen erlebt haben und
schlagen Sie auf diese Weise eine Beziehungsbrücke. Vielleicht teilen Sie
auch mit, wie Sie Ihre Angst besiegt haben.
-
Lassen
Sie Ihr Kind eine Helferfigur oder einen Verbündeten finden, der vielleicht
auch in die Hosentasche oder ins Federmäppchen passt: ein Tier, eine Figur
aus einem Buch oder einem Film, ein Lieblingssportler, eine
Phantasiegestalt...
-
Suchen
Sie mit Ihrem Kind einen Mutspruch: