Dabei kann es weder darum gehen,
Kindern den schrankenlosen Zugang zu den digitalen Techniken zu ermöglichen wie
sie aus dieser Welt auszuschließen. Vielmehr geht es darum, Kinder einen pädagogisch
verantworteten Umgang mit diesen Techniken zu lehren, kurz: Kinder müssen
medienkompetent werden. Wie aber können Eltern dieses vielschichtigen
Erziehungsziel fördern.
Medienkompetenz – was ist das und wie wird sie gefördert?
Medienkompetenz als Erziehungsziel
ist die Fähigkeit, den Fernsehapparat, das Videogerät und den Computer zu
benutzen, um die kindliche Neugier zu befriedigen, die kindliche Weltsicht zu
erweitern, Gelerntes zu festigen und nicht zuletzt Spaß zu haben. Dazu müssen
Fernsehprogramme studiert, Zeit versetzte Handlungsstränge im Film erkannt und
miteinander in Beziehung gesetzt, und immer wieder muss der Bezug zum eigenen
Erleben hergestellt werden. Wenn Kinder die Handlung eines Films eher
unbeteiligt über sich ergehen lassen, sie sich z.B. neben dem Film auf dem
Bildschirm mit anderen Dingen beschäftigen und immer mal wieder gelangweilt die
vorbeiflimmernden Bilder betrachten, dann ist dieses Erziehungsziel nicht
erreicht.
Das Beispiel zeigt deutlich: Nicht
die Medien an sich sind schädlich, sondern es gibt nur einen schädlichen
Umgang mit ihnen. Was das Fernsehen betrifft, so ist es sehr ungünstig für Ihr
Kind, wenn bei Ihnen zu Hause der Apparat ständig als Geräuschkulisse läuft
oder das Kind gar in seinem eigenen Zimmer einen Fernseher stehen hat und
ungehindert auf den Knopf drücken kann. Dann
erreichen die Bilder Ihr Kind ungefiltert, seine innere Leere wächst und seine
sozialen Fähigkeiten verkümmern. Vielleicht antworten Sie: “Aber am Computer
ist mein Kind doch nicht passiv! Hier muss es doch auf die Signale reagieren,
und der Computer kann doch auch zum Denken anregen!“ Das ist richtig, aber
kein Computer versteht die Gedanken und die Schwierigkeiten Ihres Kindes, seien
dies die Inhalte der Software oder die Handhabung der Maschine. Dazu braucht das
Kind den Erwachsenen, der ihm hilft, seinen Erfahrungen einen Sinn zu geben und
die Technik zu beherrschen.
Medienexperte wird man nur durch
Eltern und Lehrer, welche die Medienwelt nicht pauschal verdammen oder gutheißen,
sondern die Kinder auf ihrem Weg durch diese faszinierende Welt begleiten und
ihnen Orientierung bieten. Für alle digitalen Medien gilt deshalb die pädagogische
Faustregel: Nehmen Sie sich die Zeit, zu schauen, was Ihr Kind sieht und spielt
und wie es damit zurecht kommt. Machen Sie dabei immer wieder darauf aufmerksam,
dass und wie sich die Spiel- und Bilderwelt von der wirklichen Welt
unterscheidet. Das schließt auch die Auswahl der Software mit ein. Ihre Titel
sollen nicht nur grafisch, sondern auch in ihrer Ansprache kindgerecht sein. Ist
der Programmaufbau so, dass Ihr Kind sich sofort zurechtfindet? Die schönste
Geschichte wird verleidet, wenn vorher mühsam das Handbuch studiert werden
muss. Statten Sie Bibliotheken einen Besuch ab, die Ihnen einen Marktüberblick
ermöglichen oder informieren Sie sich im Internet.
Einige Tipps für den richtigen Umgang mit dem
Fernsehen
Das Fernsehen wird häufig
verantwortlich gemacht für wachsende Gewaltbereitschaft und eine Einbuße der
Konzentrationsfähigkeit unserer Kinder. Beide Persönlichkeitseigenschaften
wachsen in Kindern nur, wenn sie vor dem Fernsehapparat allein gelassen werden
und sich beliebig durch die Bilderwelt zappen dürfen. Was brauchen Kinder, um
fernsehkompetent zu werden?
Kinder brauchen
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Eltern, die mit ihren Kindern
fernsehen
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Wunderbar ist für Ihr Kind, wenn
Sie so oft wie möglich mit ihm Sendungen anschauen, um ihm manche Vorgänge
zu erklären und Gefühle mit ihm zu teilen.
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Eltern, die beim Studium der
Programmzeitschriften helfen
Förderlich für den Erwerb von Medienkompetenz ist es, wenn Ihr Kind
miterlebt, dass Sie den Apparat nur einschalten, wenn Sie sich vorher im
Programm orientiert haben. Kinder erfahren dann, dass der Impuls fernzusehen
durch unser Interesse und nicht durch unsere Langeweile gesteuert wird.
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Eltern, die Sendungen aufnehmen
Nehmen Sie wichtige Sendungen für Ihr Kind auf, dann wird es unabhängig
von den Sendezeiten. Es braucht nicht sein Spiel oder die Hausaufgaben zu
unterbrechen, um zum Fernsehapparat zu eilen. Die eigenen Unternehmungen rücken
wieder in den Vordergrund. Außerdem können Sie dann bestimmen, wann
ferngesehen wird, damit Sie zuweilen auch dabei sein können.
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